Vale universitas?

Es herrscht große Unsicherheit. Das klassische Lagerwählen war bei der letzten Wahl nicht mehr möglich. Von Links und Rechts wird weiterhin gezündelt, die politischen Ränder rüsten auf. Vieles, was vor wenigen Monaten noch als bürgerlich galt, etwa die außenpolitische Linie von Außenminister Kurz, wird jetzt vom medialen Mainstream als jenseitig dargestellt. De-facto-Denkverbote bestimmen den öffentlichen Diskurs in vielen Bereichen. Die Meinung der Bürger und die veröffentlichte Meinung klaffen weit auseinander. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Grundfesten der Demokratie durch die zahlreichen Unregelmäßigkeiten bei den Auszählungen des letzten Wahlgangs erschüttert. Man hat das Gefühl, politisch schwere Zeiten kommen auf uns zu.

Eine mögliche Lösung des Problems liegt in der Bildung der Österreicher – und damit will ich nicht in das alte „Die Dummen wählen FPÖ“-Horn blasen. Zu ernsthafter Bildung gehört nämlich auch der offene Diskurs. Ein Diskurs, den sich auch die ACADEMIA zu führen vornimmt, in dieser Ausgabe über die Universitäten und andere spannende Themen, die auch von Redakteuren der Lehrredaktion mitgestaltet wurde.

Eine kurze Bestandsaufnahme zur Lage der österreichischen Universitäten bildet das Titelthema. Dass Österreichs Universitäten durchaus selbstbewusst sein dürfen, erläutert der stellvertretende Leiter der Hochschulsektion im BMWFW, Heribert Wulz (BbG), im Interview mit unserem Redakteur Achim Ertl (BbG). Über die bedrohte Art „Chargierte“ auf einigen Universitäten und die Hintergründe der Causa berichtet Florian Kamleitner (Rd), die Rolle der ÖH beleuchtet AG-Vorsitzender Andreas Jilly (Nc). „Studium vorbei; was nun?“ – Matthias Wolf (Rg), Gründer des HR-Technologie-Startups firstbird, rundet den Uni-Schwerpunkt mit persönlichen Tipps für Jungakademiker und ihren Einstieg ins Berufsleben ab.

Seit wenigen Wochen hat der ÖCV ein neues Grundsatzprogramm. Der Architekt dieses Dokuments, Florian Tursky (AIn, Rd), berichtet vom breiten Entstehungsprozess. Er eröffnet damit eine Serie zu diesem Programm.

Für eine interessante Reportage hat sich Armin Arbeiter (Rd) auf den Weg nach Jerusalem gemacht, um einen Lokalaugenschein am israelischen Unabhängigkeitstag zu wagen. Historisch Interessierten seien die Beiträge von Quirinus Greiwe (Rst, Rd) über die Jugend, die sich im Hochmittelalter plötzlich gegen „Trunksucht, Fraß und Wollust“ wandte, und Wilhelm Mühlöcker (Baj) zur Vorgeschichte des spanischen Bürgerkriegs ans Herz gelegt. Die Flüchtlingsfrage und die Lange Nacht der Kirchen verarbeitet Klaus-Lukas Zimmermann (F-B) in einem Beitrag. In seiner Kolumne meldet sich Herbert Kaspar (Am) zu eingangs erwähnten Fragen der aktuellen politischen Lage mit spitzer Feder zu Wort.